Vorwort

Ich könnte Ihnen hier im Vorwort eine dieser Geschichten schreiben, von einem Moppel-Kind, das durch Übergewicht immer Probleme hatte. In der Schule, in der Ausbildung, später bei der Suche nach Jobs, in der Familie, mit falschen Freunden und so weiter.

 

Ich könnte Ihnen beschreiben, wie dieses Moppelkind später als voll ausgewachsener Dicker seinen Diabetes und eine ganze Litanei von Krankheiten bekam und viele Medikamente schlucken und spritzen musst.

 

Sie ahnen es, dieses Moppelkind war ich. Inzwischen bin ich fast 50 Jahre alt. Zwischen meinem 7. und 45. Lebensjahr war ich sehr stark Übergewichtig (morbid Adipös).

 

Aber…

 

Von solchen Geschichten gibt es inzwischen erschreckend viele. Vielleicht ist Ihre Geschichte hier sogar ganz ähnlich. Also lasse ich es bleiben. Ausserdem bin ich ein positiver, nach vorne blickender Mensch, daher mache Ihnen einen Vorschlag.

Wenn Sie Übergewicht effektiv loswerden wollen. Oder falls Sie einfach nur gesünder leben wollen. Ebenfalls, wenn Sie versuchen möchten, gegen Ihre Stoffwechselkrankheiten etwas zu tun. Dann schreibe ich Ihnen hier, wie das funktionieren kann.

 

Gleich vorweg. Es gibt auch bei einer ketogenen Ernährung keine 100 % Erfolgsgarantie. Dazu sind wir als Individuen viel zu unterschiedlich. Aber aus meiner Erfahrung heraus, haben Sie mit jedem Pfund mehr auf den Rippen eine umso höhere Chance, das Ihnen eine ketogene Ernährung dauerhaft mehr Gesundheit und eine schlankere Linie zurückbringen kann.

Begrifflichkeiten.

Herzlichen Glückwunsch. Oh nein, nicht mir, weil Sie mein Buch gekauft haben, sondern Ihnen.

 

Sie haben einen ersten Schritt in eine vielleicht ganz neue Welt getan. Eine Welt mit mehr Energie, besserem geistigen Fokus, hoffentlich auch mehr Gesundheit und vor allem, weniger Winterspeck.

 

Bevor wir loslegen, muss ich allerdings ein paar wichtige Begriffe erklären. Sie haben diese Begriffe vielleicht schon öfters gehört oder eben auch noch nie. Daher ist es wichtig, alle meine Leser auf den gleichen Wissensstand zu bringen. Legen wir mal los.

 

Makronährstoffe

Jede Nahrung, wird von unserem Körper biochemisch in drei sogenannte Makronährstoffe oder auch Makro-Stoffgruppen umgewandelt. Kohlenhydrate, Fette und Eiweisse (Proteine). Alles, was der Körper nicht verwerten kann, nennt man Ballaststoffe.

 

Die drei Makronährstoffe kann unser Stoffwechsel zur Energiegewinnung herziehen. Aber nicht alles wird auch für die Energiegewinnung benutzt. Vieles benötigt der Körper auch für die ganz alltäglichen Funktionen, wie Zellaufbau und Reparatur, Abwehr von Viren und sogar zum Speichern von Informationen im Gehirn.

 

Eiweiss, auch Protein genannt, wird zum Aufbau von Muskeln, Gewebe jeder Art, Blutkörperchen und vielem mehr genutzt. Eiweiss ist eigentlich der Baustoff des Körpers schlichtweg. Ohne Eiweiss funktioniert fast nichts.

 

Fette benötigen wir ebenso für die Wartung und den Betrieb des Körpers. Praktisch jede Zelle in unserem Körper besteht aus Fett. Das Gehirn ist übrigens aus besonders vielen Fetten aufgebaut. Unser Gehirn liebt Fette heiss und innig. Entziehen Sie dem Gehirn bitte nicht durch übertriebenes Diäten seine geliebten Fette.

 

Da wir Eiweiss und Fette zwingend über unsere Nahrung aufnehmen müssen, sonst würden wir sterben, spricht man bei diesen Stoffen von essenziellen Makro-Nährstoffen.

 

Kohlenhydrate bilden bei den Makronährstoffen eine gewisse Ausnahme. Kohlenhydrate werden nicht für körpereigene Aufbau-Prozesse benötigt. Sie können zur Energiegewinnung herangezogen werden. Der Körper benötigt sie für nichts anderes.

 

Aussagen einiger Ärzte und Ernährungsberater, das Kohlenhydrate für einige Teile des Gehirns benötigt werden, sind schlicht falsch. Selbst bei absoluter Enthaltsamkeit von Kohlenhydraten, kann unsere Leber ausreichend Kohlenhydrate aus Eiweissen bauen. Dazu später mehr.

 

Wir benötigen recht viele dieser Makronährstoffe, um gut zu funktionieren. Also grosse Mengen davon. Daher auch das Wort Makro (μακρός), welches das lateinische Wort für „gross“ ist.

 

Mikronährstoffe

Mikronährstoffe sind Stoffe, welche wir nur in kleinen Mengen benötigen. Sie sind dennoch sehr wichtig. Diese Mikronährstoffe helfen bei Stoffwechselprozessen mit und erhalten unseren Körper ebenfalls am Leben. Die Stoffe werden aber nicht zur Energiegewinnung hergezogen.

 

Zu den Mikronährstoffen gehören:

- Vitamine

- Mineralien

- Spurenelemente

- Sekundäre Pflanzenstoff

Vitamine

Die Gruppe der Vitamine kennen wir wohl alle. Vitamine sind organische Moleküle. Also Atomgruppen, die aus einem lebenden Organismus stammen. Es gibt wasserlösliche Vitamine und Vitamine, welche nicht wasserlöslich sind. Die nicht wasserlöslichen unter den Vitaminen benötigen wiederum Fette oder Öle, damit Sie überhaupt in unseren Körper gelangen können. Zu Ihnen zählen die Vitamine A, D, E und K.

 

Solche fettlöslichen Vitamine werden in unserer Leber gespeichert, damit wir auf diese Vitamine bei Bedarf zugreifen können.

Mineralien

Auch Mineralien sind zu einem korrekten funktionieren unseres Körpers dringend notwendig. Der Begriff kommt aus dem mittelalterlichen Wort „ Grubenerz“ (aes minerale). Der Unterschied zu den Vitaminen ist, dass Mineralien nicht zwingend aus einem lebenden Organismus stammen müssen. Sie können dort aber selbstverständlich auch vorkommen. Bestes Beispiel wäre das Speisesalz (Natrium). Das können Sie zwar ebenfalls in einem guten Steak aufnehmen, aber ebenso auch einfach als Kristall lutschen oder einen Schluck Meerwasser trinken. Letzteres ist nicht so empfehlenswert, da einige Ecken unserer Meere ziemlich mit Giftstoffen belastet sind.

 

Spurenelemente

Spurenelemente sind im Grunde auch Mineralien. Allerdings brauchen wir nur ganz geringe Mengen davon. Spurenelemente kommen in einem Organismus in Konzentrationen unter 50 Milligramm pro Kilo (50 µg/kg) vor. Ab diesem Wert spricht man nicht mehr von einem Mineral, sondern von einem Spurenelement.

 

Sekundäre Pflanzenstoffe

Sekundäre Pflanzenstoffe, sind Stoffe in einer Pflanze, welche nicht für das Wachstum oder den gedeih einer Pflanze benötigt wird. Die Pflanze bildet diese Stoffe, um spezielle Eigenschaften gegenüber Ihrer Umwelt zu haben. Sekundäre Pflanzenstoffe geben beispielsweise einem Apfel seine wunderschöne Farbe, sein Aroma, seinen Duft. Aber sekundäre Pflanzenstoffe können viel mehr.

 

Am Beispiel des schon genannten Apfelbaums können wir so eine Wirkung sehen. Der Baum möchte, dass wir seinen Apfel essen. Ganz klar, darin stecken seine Samen. Jedenfalls früher einmal. Diese sollen wir möglichst weit vom Baum wegtragen, in dem wir diese Samen verschlingen. Daher ist es dem Baum wichtig, dass seine Früchte für uns Menschen bekömmlich sind. Wenn es einer Pflanze wichtig ist, das wir sie Essen, schützt Sie den Menschen mit sekundären Pflanzenstoffen.

 

Solche Pflanzenstoffe können entzündungshemmend wirken. Oder gegen bestimmte Gifte, Viren oder Bakterien wirken. Sie sind kurzum enorm gesund für uns.

 

Pflanzenstoffe kennen auch eine andere Seite. Die dunkle Seite der Pflanze. So bilden Pflanzen, die eben nicht wollen, dass man sie isst, auch Abwehrstoffe gegen Fressfeinde. Bestes Beispiel ist unser Weizen. Er entwickelt ein Eiweiss, welches Säugetieren und Insekten schaden soll, wenn Sie die Nachkommenschaft, die Samen, verspeisen. Dabei ist es der Pflanze egal, ob ein Käfer an Ihr knabbert, oder ein Mensch.

 

Wir kennen diesen Abwehrmechanismus des Weizens vermutlich alle. Es ist das Klebereiweiss oder auch Gluten genannt. Der Weizen will nicht, dass wir ihn essen. Und so schlägt er zurück. Über längere Zeit und bei entsprechend grossen Mengen von Gluten, kann es praktisch alles in unserem Körper schädigen. Das geht von A wie Adipositas, bis Z wie Zöliakie (Darmbeschwerden durch Gluten). Ausgerechnet dieses Gluten, haben wir hier in Europa, zu unserem Hauptnahrungsmittel gemacht.

 

Stoffwechsel

Wie oft lesen wir doch vom Stoffwechsel. Doch was ist der Stoffwechsel überhaupt? Ist es die Leber, die Nieren, der Darm?

 

Die recht simple Antwort ist. Unser ganzer Körper ist damit gemeint. Eigentlich beginnt der Stoffwechsel unseres Körpers schon mit unseren Sinnesorganen. Dann nämlich, wenn wir das frische Brötchen riechen, die Chips-Tüte sehen oder das zischeln unseres Grillsteaks hören.

Dann läuft uns buchstäblich das Wasser im Mund zusammen. Unsere Verdauung bereitet sich bereits jetzt auf das Essen vor.

 

Der Stoffwechsel läuft ganz anders, als wir gemeinhin so denken mögen. Wir verwerten Nahrung nicht, wie allgemein in der Presse verkündet, in dem wir irgendwelche Kalorien verbrennen. Wir wandeln Stoffe biochemisch um. Wir wechseln also einzelne Moleküle und ganze Molekül-Ketten, Aminosäuren (Eiweiss), Fettsäuren (Fette) und so weiter, in andere Stoffe um. Stoffe, welche wir einfach benötigen, um zu leben.

 

Bei diesem Stoffe-Umwechseln sind viele unserer Organe massgeblich beteiligt. Vorweg übrigens unser Darm. Das vermutlich am meisten verkannte Organ unseres Körpers. 80 % unseres Stoffwechsels findet hier statt. Du bist, was Du isst, ist das Motto unseres Darms. Esse ich natürliche und frische Produkte oder nur Fertigessen aus dem Supermarkt? Für 80 % unseres Stoffwechsels, ist das eine zentrale Frage.

 

An zweiter Stelle kommen Leber und Nieren. Ihnen fallen unter anderem die Aufgaben zu, unseren Körper von Giftstoffen zu befreien. Was heut alles andere als leicht für unsere Organe ist.

 

Auch die Schilddrüse ist ein wichtiger Spieler. Diese könnte man als Körperthermostat sehen. Sie bildet Hormone (Trijodthyronin und Tetrajodthyronin), welche regulieren, wie viel Energie unser Stoffwechsel verbrauchen darf oder soll. Dabei lässt sich die Schilddrüse, insofern Sie normal funktioniert, von keiner Diät der Welt blenden. Sobald wir weniger Energie in uns aufnehmen, fährt Sie den Stoffwechsel herunter. Anders gesagt, irgendwann geht es einfach nicht mehr runter mit dem Gewicht. Meistens schon nach ein paar wenigen Tagen.

 

Was in der Natur meist wunderschön ist, ist bei einer der vielen kurzfristigen Diäten das fatale Ende der Bemühungen jedes Diät-Willigen. Das „Plateau “. Oder oft auch der Punkt, an dem das Gewicht dann wieder anfängt zu steigen. Hier entsteht es also.

 

Und dann gibt es noch ganz viele kleine Helferlein für unseren Stoffwechsel. Denn dieser findet auch, in jeder einzelnen Zelle des Körpers statt. In den kleinsten Kraftwerken der Welt. Den sogenannten Mitochondrien. Hier werden Stoffe unter Zuhilfenahme von Oxygen (Sauerstoff) aus unserer Atem-Luft umgewandelt. Dieser Prozess nennt sich daher auch treffend oxidieren.

 

Ein witziges Detail am Rande. Mitochondrien, so zumindest die Theorie, waren ursprünglich eigenständige Lebewesen, die wir einfach aufgenommen haben ohne diese zu Verdauen. Seit dieser Zeit gehen diese Lebewesen eine Symbiose mit den Säugetieren (wie wir) ein. Wir hegen und pflegen Sie und die Kleinen liefern und dafür Energie.

 

Und noch mehr kleine Helferlein. Am Stoffwechsel muss nicht einmal unser Körper beteiligt sein. 100 Billionen, ausgeschrieben 100.000.000.000, Bakterien in Ihrem Darm, sorgen tagtäglich dafür, dass Sie Vitamine, Spurenelemente und anderes erhalten, was teilweise noch nicht einmal in unserer Nahrung steckt. So produzieren diese Bakterien wichtige Milchsäuren und vieles mehr. In der grössten Wohngemeinschaft der Welt, in Ihrem Darm also, tummelt sich mehr Leben, als es Menschen auf der Erde gibt.

 

Fazit: Der Stoffwechsel ist unser lebender, atmender Körper.

 

Eiweiss / Protein

Wir nennen es Eiweiss. Oder aber auch Protein. Gemeint sind sogenannte Aminosäuren. Der Mensch besteht, neben 60 % Wasser, zu gut 20 % aus diesen Stoffen. Aminosäuren kann man sich vorstellen (um einen gewissen berühmten Hersteller nicht zu nennen) wie ein Steckklötzchen-System für Kinder. Aus Aminosäuren baut unser Körper, was er eben gerade so braucht. Unsere Kinder bauen mit Ihren Steckklötzchen Häuser, Raketen oder ein Flugzeug. Unser Körper baut Muskeln, Nervenzellen, Drüsen, Sehnen und Haut daraus.

 

Dabei hat der Körper eine Art Zwischenlager in der Leber. Damit Ihm der Baustoff nicht etwa ausgeht. Er kann also etwa 3 Tage ganz ohne Zufuhr von Eiweiss ganz gut funktionieren. Dann jedoch muss er anfangen, sich das Eiweiss woanders zu besorgen.

 

Zuerst geht er auf fremdes Eiweiss los. Eiweiss von Viren und Bakterien beispielsweise. Er räumt dann auch eigenen Zell Müll auf. Das bedeutet der Körper verstoffwechselt Zellen, die defekt oder tot sind. Das können auch Mikro-Krebszellen sein.

 

Beides, der Angriff auf Viren und Bakterien, wie auch das Aufräumen im Körper, ist ein durchaus wünschenswerter Vorgang. Wir steigern dadurch enorm unsere Gesundheit Aller ungenutzter Müll wird Recycelt.

 

Der Fachbegriff für diesen Vorgang nennt sich „Autophagie “

 

Autophagie

Das Wort selbst ist eine Kombination der Worte „Selbst“ und „Auffressen “. Die Antike kannte man das Prinzip zur Genüge. Die Autophagie ist nämlich ein Vorgang, der im Körper immer dann stattfindet, wenn wir nichts essen, wenn wir als Fasten. Sobald die Verdauung ruht. Was so in etwa nach 16 Stunden Nahrungsverzicht der Fall sein wird. Nicht umsonst nennt man das auch das Heilfasten. Es heilt den Körper. Und dieses Wissen ist uralt und durch Jahrtausende erprobt.

 

Ach übrigens, wenn Sie zum Thema Fasten mehr wissen wollen, kontaktieren Sie mich doch gerne. Ich bin begeisterter Fasten-Fan. Es ist auch viel leichter, als man gemeinhin denkt. Geradezu lächerlich einfach, wie ich finde. Aber es ist jetzt nicht Thema dieses Buches.

 

Vorsicht auch beim Fasten. Bei ganz langem Entzug muss der Körper anfangen, Muskeln abzubauen, welche nicht dringend benötigt werden. Und ganz am Schluss, wenn wir über ganze Monate kein Eiweiss mehr bekommen, sterben wir.

 

Fette

Wenn unser Körper zu etwa 60 % aus Wasser und 20 % aus Eiweiss besteht, liegt die Vermutung nahe, der Rest könnte Fett sein?

Stimmt zum grössten Teil. Jedenfalls bei einem gesunden Menschen.

 

Ein gesunder Körperfett-Anteil liegt bei Frauen bei etwa 30 % bei Männern bei etwa 25 %.

 

Warum sind das dann über 100 %? Erstens, die Zusammensetzung des Körpers schwankt. Solche natürlichen Prozesse kann man nie in genau 100 % messen. Zweitens ist auch im Körperfett Wasser enthalten. Es ist als recht schwer, dass alles genau heraus zu rechnen.

 

Bei morbid Adipösen (Fettleibigen) Personen, steigt dieser Körperfett-Anteil beispielsweise sogar über 50 %. Die Personen haben dann Mehr Körperfett als alles andere. Ganz dringend Zeit, diesen Körperfett-Anteil wieder zu reduzieren also.

 

Kohlenhydrate

Was ist ein Kohlenhydrat, was ist ein Zucker, was ist Stärke?

Ich verstehe die Verwirrung der meisten, wenn Sie eine beliebige Nährwertetabelle auf irgendeinem Lebensmittel sehen. Grund hierfür, Kohlenhydrate ist eine Nährstoff-Gruppe. Zucker und Stärke sind Teil dieser Nährstoff-Gruppe. Auf manchem Etikett wird Stärke zudem noch als Zusatzstoff gelistet. Alles zwischen Zucker und Stärke wird ebenfalls als Kohlenhydrat bezeichnet. Mal sind die Kohlenhydrate verdaulich, manchmal nicht. Verwirrend, finden Sie nicht?

 

Die Auflösung ist simpler, als man denkt. Kohlenhydrate bestehen aus mehr oder weniger langen Ketten eines einzelnen Moleküls. Der Glukose. Umgangssprachlich kennt man dieses Molekül als Traubenzucker.

 

Zucker besteht aus entweder einem oder mehreren Glukosemolekülen. Der Einfachzucker, wie der Name schon sagt, besteht aus einem Molekül. Der Zweifachzucker besteht aus Glukose mit einem anderen angehängten Molekül, beispielsweise der Fruktose. Das wäre in so einem Fall dann unser herkömmlicher Haushaltszucker, die Saccharose. Dann gibt es noch Zucker mit mehr als zwei Molekülen, Mehrfachzucker genannt. Zucker gehört zur Kohlenhydrate-Familie. Ist kurzkettig.

 

Stärke, ist das genaue Gegenteil. Stärke besteht aus 200 und mehr Ketten von Glukosemolekülen. Das macht Stärke zu einer wahren Glukose Bombe.

 

Und alles zwischen den kurzkettigen Zuckern und den langkettigen Stärken wird, vielleicht mangels eines besseren Ausdrucks, einfach auch wieder Kohlenhydrat genannt.

 

Nun gibt es verdauliche Kohlenhydrate. Dabei werden diese in unserem Körper immer in den Einfachzucker Glukose umgewandelt. Diese Glukose liefert unser Blut dann in unsere Zellen, besser gesagt zu den Mitochondrien in den Zellen, um daraus Energie zu machen.

 

Bei den unverdaulichen Kohlenhydraten gibt es welche, die in unserem Darm bei unseren 100 Billionen Mitbewohnern, den Darmbakterien, verstoffwechselt werden. Je nachdem, ob wir gute oder schlechte Untermieter zulassen, werden dabei Gase frei. Bei den schlechten Untermietern sind es Fäulnis-Gase. Mit anderen Worten, es stinkt am Schluss. Bei guten Untermietern riecht da gar nichts. Weder der Stuhl noch der Pups. Also fragen Sie sich doch das nächste Mal auf dem stillen Örtchen, was schiefgelaufen sein mag, wenn der nachfolgende Benutzer lauthals nach einer Gasmaske verlangt. Ich kann mich da an eine Dame erinnern, die nach dem Toilettengang ein ganzes Abteil, in einem Pendler-Zug in der Schweiz, unbewohnbar gemacht hatte.

 

Und ganz am Schluss gibt es noch Kohlenhydrate, die weder wir selbst, noch unsere Darmbakterien verstoffwechseln können. Das sind dann die Gruppe der Ballaststoffe. Lange Fasern von Pflanzen, die wir nicht aufbrechen und verstoffwechseln können. Aber diese Ballaststoffe sind nicht Ballast für unseren Körper. Sie reinigen nämlich den Darm, machen uns beim Essen pappsatt und sorgen dafür, dass bei der unvermeidlichen Entleerung des Darms, ganz am Schluss, nichts Schlimmeres passiert.

 

Diäten.

Das wohl meist missverstandene Wort in der Ernährung ist das Wort Diät. Im alten Griechenland stand das Wort díaita für die Lebensweise einer Person. Ärzte rieten Ihren Patienten zu einer besseren Lebensführung oder Lebensweise. Eigentlich beinhaltet das nicht nur eine Ernährung. Es beinhaltet auch körperliche Aktivität, Schlafen, regelmässiges Trinken, Fasten und vieles mehr. An all das denkt man beim Wort Diät heute eigentlich nicht mehr. Heute steht Diät für eine jener unzähligen kurzfristigen Einschränkungen auf entweder ein bestimmtes Lebensmittel, einen Makronährstoff oder ganz generell auf Kalorien.

 

Diäten funktionieren irgendwie alle. Und sie funktionieren dann doch nicht wirklich. Man nimmt ein paar Kilo ab und nimmt diese auch wieder zu. Langfristig gesehen ist eine Diät von einigen Wochen ein kompletter Quatsch. Denn das, was dahintersteht, nämlich die Lebensführung, die Lebensweise oder die Art wie jemand lebt, ändern diese Diäten ja leider nicht.

 

 

Das letzte Kapitel wird helfen, Dinge in diesem Buch besser zu verstehen. Sie müssen das jetzt aber keineswegs alles im Detail wissen. Wenn ich also von Kohlenhydraten oder sogar der Autophagie rede, wissen Sie jetzt, was da gemeint ist.

 

Das wichtigste, was Sie bestimmt wissen wollen ist: Was ist überhaupt Ketose...