Vorwort

 

Ich musste mich mit 35 Jahren zwangsläufig mit dem Schreckgespenst Diabetes mellitus auseinandersetzen. Es traf mich wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Plötzlich war ich krank. Die Ärzte sagten mir sogar, dass ich an dieser Krankheit sterben müsste.

 

Das ist lange her. Doch ich hatte die Krankheit und mein ganzes Umfeld akzeptierte das auch. In Deutschland und in der Schweiz sind ungefähr 8 % der Bevölkerung betroffen. Weltweit sollen es wohl um die 425 Millionen sein. Ich war also nicht alleine.

Meine Ärzte blieben bei Ihrer Meinung, dass ich die Krankheit nie loswerden würde. Auch wenn einige von Ihnen etwas einfühlsamer waren als andere. Oftmals wurde mir empfohlen, das Gewicht zu reduzieren. Denn ich war krankhaft fettleibig. Morbid adipös, wie man in medizinischen Fachkreisen dazu sagt. Fettleibigkeit (Adipositas) und Diabetes sind wie Brüder. Der Eine verstärkt und unterstützt den Anderen.

Übergewichtige Menschen, ebenso wie Menschen mit Typ 2 Diabetes, haben weder einen schwächeren Willen, noch sind sie Fauler als andere oder sind notorisch ungezügelte Fresser. Diese Menschen sind ganz einfach krank geworden. Sie leiden an einer Stoffwechselkrankheit.

Ich kämpfte wie ein Löwe gegen mein Gewicht. Ich schluckte fleissig Eiweisspülverchen, machte exzessiven Sport, ass eine Zeitlang nur diese geschmacklich neutralen Puffreiss-Waffeln. Kurzum, ich versuchte alles Mögliche um abzunehmen und damit mein Schicksal eines frühen Todes durch Übergewicht und Diabetes auf zu halten.

 

Das kleine Puzzleteil, welches mir dazumal gefehlt hatte war, ich wusste es nicht besser.

Ich folgte den Ernährungsberatern. Diese, so dachte ich, haben es ja gelernt. Diese müssen doch wissen, was gut für mich ist.

 

Das nennt man in der Psychologie übrigens das Prinzip der sozialen Akzeptanz oder auch das Prinzip der sozialen Anerkennung. Man denkt erst gar nicht mehr selbst nach oder geht einem Problem selbst auf den Grund. Jemand schlaues hat einem das ja schon abgenommen.

 

Noch im Dezember 2014 musste ich zwischen 120 und 150 Einheiten Insulin spritzen. Dazu nahm ich 2000mg Metformin. Meine Zuckerwerte waren mit knapp 11 mmol/l Hba1C ganz mies.

Ich kämpfte mit etwa 135 Kilo Gewicht bei 1.70 Körpergrösse. Ich litt ausserdem an Arthritis, Bluthochdruck, Sodbrennen einer hartnäckigen Psoriasis und musste an Krücken gehen. Noch im Dezember 2014 war es mir nicht möglich, etwas schneller zu laufen als zu gehen. Oder genauer gesagt, ich musste an meinen Krücken oder einem Gehstock herum humpeln.

 

Als ich mich völlig am Ende fühlte, fand ich die Lösung für meine Probleme. Sie werden vielleicht lachen, wie leicht es war. All das jahrelange Leiden hätte ich mir ersparen können.

 

Es genügte schon ein wenig herum zu Googlen. Ich landete auf einem Forum, das sich mit ketogener Ernährung befasste. Einer Ernährung die weitestgehend auf gesunde Fette, wenig Eiweiss und noch viel weniger Kohlehydrate baut. Dort päppelte mich die Gemeinschaft der Forums-Besucher ganz liebevoll auf.

 

Inzwischen weiss ich, es gibt viele moderne Ernährungsformen, die das Potential haben, das Problem Diabetes Typ 2 in den Griff zu kommen. Ich bin einfach über eine von Ihnen gestolpert. Es ist auch kein Studium notwendig, um seinen Diabetes Typ 2 selbst zu heilen. Nur ein wenig grundlegendes Wissen um den eigenen Körper. Und der Wille zur Veränderung.

 

Hier finden Sie eine Möglichkeit, Diabetes Typ 2 in den Griff zu bekommen. Um Ihnen jetzt eine Ernährung zu empfehlen, müsste ich Sie erst einmal kennenlernen. Eine allgemeine Empfehlung gibt es da nicht. Jeder Mensch ist ganz individuell. Was dem einen guttut, ist das wahre Gift für den anderen. Darum halte ich nichts von Ernährungsrichtlinien. Im besten Fall sind diese einfach nur ungenau. Im schlechtesten Fall schädlich. Ich hatte Glück, ich hatte eine Form von Ernährung gefunden, die mir half.

 

Dieses Buch ist ein ziemlich guter Anfang. Denn hier erfahren was Sie eigentlich krank gemacht hat. Ebenso, was Sie wieder gesund machen kann.

 

Wenn Sie das, was ich Ihnen hier vorstelle konsequent umsetzen, werden Sie als Typ 2 Diabetiker mit hoher Wahrscheinlichkeit bald keine Medikamente mehr benötigen.

 

Ich schreibe Ihnen vier Jahre, nachdem ich angefangen habe, selbst zu denken und zu lernen. Seit dieser Zeit verging kein Tag ohne lernen. Ich hinterfrage alles. Aussagen von Ärzten, Studien, Berichte. Ich lese Fachliteratur, die ich vor vier Jahren nicht einmal verstanden hätte. Ich kann Ihnen ebenfalls ans Herz legen, sich umgehend zu informieren.

 

Seit etwa zwei Jahren nehme ich keine Medikamente mehr. Ich halte erfolgreich mein Gewicht. An Krücken gehen ist für mich Geschichte. Die Krücken habe ich als Erinnerung behalten. Sie liegen auf meinem Schlafzimmerschrank. Ich habe normale Blutwerte und Entzündungen in meinem Körper sind verschwunden. Was meinen Sie, was das für ein Hochgefühl war, als ich zum ersten Mal wieder auf ein Tramm (ein öffentliches Verkehrsmittel) rennen konnte. Diese Tramms warten leider nur kurz. Vorher sind mir die meisten vor der Nase weggefahren.